Die Ausbildung im Bereich Regenerative Landwirtschaft schließt Jens im Jahre 2020 mit der Masterclass bei Richard Perkins ab und beginnt sofort mit der Umsetzung des Gelernten. Vorerst muss noch der traditionelle Hausgarten zum Üben herhalten, aber die Pläne für die Umsetzung des Gemüseanbaus sind fertig, und im März 2021 beginnen wir mit Hilfe von Bertram Hermann und seinen Radladern und Baggern, die Wiese, auf der früher schon Landwirtschaft betrieben worden ist (siehe Foto Teil 1), etwas zu begradigen, die Grasnarbe abzuziehen und Beete anzulegen.
Es ist an der Zeit aufzuklären: Wer sind wir? Susann und Jens mit unseren Söhnen Paul und Karl – wir sind die, die nicht hier aufgewachsen sind und etwas tun, was, obwohl ganz traditionell und ursprünglich, am besten mit viel Argwohn und Abstand zu betrachten sei – so sehen es aber nur manche Leute im Dorf ;). Zum Glück haben wir gleich von Anfang an mehr Nachfrage nach unserem Gemüse, als wir anbauen können – schön, damit hatten wir so nicht gerechnet.
Aber zurück zur Büttnermühle – die natürlich immer die Büttnermühle bleiben wird. Erstens hat die Familie Büttner eine wahrscheinlich 200 Jahre alte Tradition im Mühlenhandwerk, und zweitens ist diese Tradition ja 1993 bei den Büttners eingestellt worden. Was danach kam und kommt, ist demzufolge nicht berechtigt, der Mühle diesen Namen zu entziehen.
Was wir Mondmühle nennen, ist unser landwirtschaftliches Unternehmen – also ein Markenname.
Nun ist klar: Nicht viel ist von der alten Mühle erhalten (siehe Teil 1), aber wahrscheinlich mehr als an allen anderen ehemaligen Mühlen des Dorfes.
Was haben wir noch:
- das Wehr
- den Mühlgraben
- das Wasserrad
- einen Teil der Transmission
Beginnen wir also beim Wehr. Es ist nicht mehr im Topzustand, aber es funktioniert und wird sicher Stück für Stück restauriert. Der Mühlgraben funktioniert gut; das letzte Stück bis zum Wasserrad verläuft durch Betonrohre. Damit unterquert er den Hof und führt über einen Schützen, der händisch regelbar ist und mit einem Überlaufschutz versehen ist, zum Wasserrad – dieser Bereich wird uns sicher in den nächsten Jahren beschäftigen. Die Rohre sind undicht und teilweise zerbrochen; dadurch dringt das Wasser durch das Mauerwerk. Hier suchen wir noch nach Lösungen für eine Wiederherstellung beziehungsweise Restauration – die Kosten sind nicht unerheblich.
Das Wasserrad: Die Holzbestandteile des Wasserrades wurden im Winter 2023/2024 durch die Firma Schumann aus Mulda erneuert. Somit haben wir als einzige ehemalige Mühle in Kleindittmannsdorf noch ein funktionierendes Wasserrad. Darauf sind wir, ehrlich gesagt, sehr stolz. Es ist eine technische Tradition, die aus unserer Sicht heutzutage durchaus wieder ihre Bedeutung haben kann.
Teile der Transmission haben wir genau aus diesem Grund ebenfalls erhalten.
Wir müssen alles noch etwas schick machen – das braucht Zeit und Geld. Haben wir das geschafft, stellen wir die Reste der Büttnermühle natürlich wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung – wir denken auf jeden Fall an den jährlichen Mühlentag und sicher auch an Führungen auf Anfrage.
Es ist möglich, noch viel mehr und viel genauer zum Thema zu schreiben – vielleicht haben wir irgendwann die Zeit dazu. Im Moment gilt: Lieber etwas an der Sache getan, als zu viel Zeit im Büro verbracht. Danke für die Aufmerksamkeit und bis bald ;-).






















